Titelbild Blogartikel Salutogenese
24.12.2020

Wie entsteht Gesundheit?

Die Salutogenese - ein Gesundheitsmodell

Es wird in diesen Tagen viel über Krankheitsverhütung gesprochen. Eine anderer, positiv formulierter Denkansatz befasst sich mit der Frage wie Gesundheit entsteht.

Die Salutogenese ist ein wissenschaftliches Modell, das die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit untersucht. Entwickelt wurde das Konzept der Salutogenese durch den Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923- 1994).

So brachte Antonovsky die Frage nach der Entstehung von Gesundheit in die Wissenschaft ein − im Gegensatz, aber auch in Ergänzung zur pathogenetischen Fragestellung der traditionellen Medizin. (Pathogenese = Lehre von der Entstehung und Entwicklung von Krankheiten).

Determinanten von Gesundheit

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Wichtige Fragen

Antonovsky entwickelte die Salutogenese als ein Konzept der Entstehung von Gesundheit.

Kennzeichnend für die salutogenetische Forschung ist eine positive, lösungsorientierte Fragestellung:

  • Woher kommt Gesundheit?
  • Wie kann ich meine Gesundheit stärken?
  • Warum bin ich gesund geblieben, wo alle um mich herum erkrankt sind?
„Was hilft mir, gesund zu bleiben?“
 

Gesund trotz Belastungen

Die Salutogenese fragt nicht, warum Menschen krank werden, sondern warum sie trotz vieler Risikofaktoren fit und ausgeglichen sind. Sie untersucht, welche Einflüsse uns derart stärken, dass wir selbst schwere Belastungen ohne gesundheitsschädliche Auswirkungen bewältigen können.

Die salutogenetische Orientierung gibt die Vorstellung auf, der Mensch sei entweder gesund oder krank – wobei Krankheit eine Abweichung vom Normalzustand bedeutet. Vielmehr sind Gesundheit wie auch Krankheit charakteristisch für menschliches Leben.

Der Gesundheitszustand pendelt

Der Wechsel zwischen Gesundheit und Krankheit wird als notwendiger Normalzustand betrachtet. Denn Fakt ist: Im Leben ist nicht alles planbar, berechenbar und sicher. Gerade deshalb ist es wichtig, zu lernen, sich auf Herausforderungen einzulassen und mit diesen konstruktiv umzugehen. Das gilt auf der seelischen Ebene ebenso wie für unser Immunsystem.

Es reicht also nicht, schwierigen Lebensprozessen oder Krankheitserregern aus dem Weg zu gehen. Oft genug ist das auch schlichtweg nicht möglich. Im Gegenteil, gute Abwehrkräfte und geistige Stabilität gewinnen wir gerade durch die Auseinandersetzung mit dem allgegenwärtigen Fremden, mit Konflikten und Stressfaktoren. Sie helfen uns, die Grenzen unserer seelischen und körperlichen Belastbarkeit kennenzulernen und auszudehnen.

Suche nach Widerstandskräften und Ressourcen

Anstelle einer Wunderwaffe gegen Krankheit müssen wir nach Quellen suchen, die eine aktive Anpassung unseres Organismus an die Herausforderungen der Umwelt fördern. Leben, Lernen und Wachstum können nicht ohne aktive Anstrengung und Auseinandersetzung vollzogen werden.

Und tatsächlich kann man sogar soweit gehen, zu sagen, dass Stress und schädliche Umweltreize uns Menschen bis zu einem gewissen Grad nützen für eine Entwicklung in Richtung körperlicher und seelischer Gesundheit.

Gesundheit und Krankheit sind im salutogenetischen Modell zwei Pole eines labilen Gleichgewichts. Wir Menschen befinden uns dazwischen mal mehr auf der einen und mal mehr auf der anderen Seite.

Es geht im Wesentlichen darum, welche Ressourcen, die für unsere Gesundheit förderlich sind bei uns vorhanden sind oder von uns angezapft werden können. Aber auch welches Verhalten unsererseits Gesundheit fördert oder Krankheiten begünstigt.

Die Verhaltens- und Lebensweise hat mit über 37 % den stärksten Einfluss auf die Gesundheit (Ernährung und Bewegung sowie Risiko- bzw. Suchtverhalten bezüglich Alkohol, Sex, Sport, Spiel, Mobilität usw. )

Gesundheitsfaktoren Grafik

Kontakt

09221 877822 fitnfun@kufit.de